Pflegestrukturkommission ohne pflegende Angehörige: Verbände fordern Sitz und Stimme für die größte Gruppe der Pflegenden

19.​10.​2026

 

Presseinformation der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz:

 

"Die Bundesverbände wir pflegen e.V., Pflegende Angehörige e.V. und Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz fordern, pflegende An- und Zugehörige von Beginn an gleichberechtigt an der Arbeit der Pflegestrukturkommission zu beteiligen. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundesminister Dr. Linnemann nominieren sie dafür die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Notburga Ott.

Rund 88 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause versorgt. Die Pflege durch Angehörige und andere nahestehende Menschen bildet damit das Fundament der pflegerischen Versorgung. Dennoch ist die größte Gruppe der Pflegenden in der bisherigen Zusammensetzung der Pflegestrukturkommission nicht mit einer eigenen Stimme vertreten.

„Wer über die Zukunft der Pflege entscheidet, muss die Menschen an den Tisch holen, die sie jeden Tag leisten. Anhörungen reichen dafür nicht aus. Pflegende Angehörige brauchen von Anfang an einen Sitz und eine Stimme“, sagt Sebastian Fischer, Vorstand wir pflegen e.V.

Reformen müssen sich an der Versorgungsrealität orientieren

Der Arbeitsauftrag der Pflegestrukturkommission umfasst unter anderem die Stärkung der häuslichen Pflege, die bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, wohn- und sektorenunabhängige Leistungen sowie soziale Teilhabe und Prävention. Reformvorschläge sollen auch danach bewertet werden, ob sie pflegende Angehörige tatsächlich entlasten.

Die bisherige Kommissionszusammensetzung bildet unterschiedliche juristische, gesundheitsökonomische, pflegewissenschaftliche und institutionelle Perspektiven ab. Auch die Interessen professionell Pflegender sind vertreten. Die organisierte Interessenvertretung pflegender An- und Zugehöriger fehlt hingegen.

„Die Ziele der Kommission können nur glaubwürdig erreicht werden, wenn eine Interessenvertretung pflegender An- und Zugehöriger oder jemand, der mit ausgewiesener Expertise diese Perspektive vertreten kann, gleichberechtigt beteiligt ist. An- und Zugehörige wissen aus eigener Erfahrung, wo Unterstützung fehlt und welche Entlastung gebraucht wird. Diese Expertise muss in der Kommission Gehör finden und die Entscheidungen mitgestalten“, betont Swen Staack, 1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V."

 

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie unter https://www.deutsche-alzheimer.de/artikel/pflegestrukturkommission-ohne-pflegende-angehoerige-verbaende-fordern-sitz-und-stimme-fuer-die-groesste-gruppe-der-pflegenden

 

Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz